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Am Anfang war das Wort

Peotry Slam: „Am Anfang war das Wort“

Am Anfang war das Wort.
Irgendwie glaub ich das nicht, denn am Anfang war bestimmt irgendjemand an irgendeinem Ort.
Keine Nachricht. Keine Message. Kein Ton der Laut wird.
Nur irgendein Leben pflanzt sich fort. Danke, an den Wirt.
Doch war dieser Laut vielleicht Wort genug. Die Unterhaltung war gebor’n.
Manche fragen sich immer noch: Was wären wir ohne Wort geword’n?
Was wäre wenn die ersten Menschen gekommen und gegangen wären, ohne ein Wort zu sagen?
Heute hätte man sich selbst nicht einmal fragen können: Wie kann ich mich selbst so etwas fragen?
Das Wort „Wort“ ist ja schließlich nur eines von vielen.
Also konnte man eigentlich aufgrund des Fehlens des Wortes „Wort“, ein Wort nicht als „Wort“ definieren.

Unterhaltung, seit jeher ein wichtiges Mittel. Ein Mittel zum Überleben.
Das wussten schon die Menschen in Mesopotamien, Persien oder Ägypten: Bilder, die sich beinahe bewegten.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein Satz, so ironisch, wie sein Inhalt.
Warum reden und schreiben wir, wenn wir malen könnten mit wesentlich mehr Wortgehalt?
Doch entwickelten wir uns diesbezüglich zurück zu alten Lauten.
Ton wird Laut, anstatt, dass wir Bilder … Metaphern, als Mittel zum Wort gebrauchen.
3.000 vor Jesus. Man fängt an zu schreiben.
Was hätte er eigentlich getan, wenn die Menschen später seine Worte nicht aufnehmen oder gar begreifen?
Nie hätte es Schriftrollen gegeben und auch keine Tora oder den Koran.
Diese und die Bibel, vielleicht nur Hörensagen, vielleicht für mache nicht einmal wahr.

Aber war dann vielleicht  gar nicht Ägypten der Ursprung des großen Wortes.
Doch ständen Sokrates, Platon und Aristoteles ganz schön dumm da, ohne dessen Ursprungsortes.
Wer hätte all das behalten, was sie uns erzählen wollten?
Hätten sie erwartet, dass man sich all das hätte merken sollen?
Was wollten uns diese Philosophen sagen oder gar zu verstehen geben?
Vielleicht: man sollte sich nicht außerhalb seines eigenen Wortschatzes bewegen.
Vorher lernt man Worte, die einem vorher zum Gebrauch fehlten.
Man suchte sich die Worte, fängt an sie genau oder nicht all zu genau auszuwählen.
Man startet mit einem, reiht das nächste daran.
Am Ende ist es ’ne Nachricht, die Platon mitteilen kann.

333 vor Christus. Alexander, Größer-als-man-denkt, geht als Held in die Geschichte ein.
Jeder der was weiß und was auf sein Wissen hält, weis er war Mörder. Nicht besser als die Perser in ihren eigenen Reih’n.
König von Makedonien. Manchen ist es eben nicht genug.
Manchmal lernt man nicht aus der Geschichte: vor dem Fall kommt der Hochmut!
Gaius Julius Cäsar in Rom, musste ähnlich gedacht haben.
Karma is a bitch. 44 vor Christus: Messer überall, in den Beinen, in den Armen.
„Auch du mein Sohn …!“ Doch Brutus fand keine passenden Worte, die er erwidert und runterbricht.
Stattdessen, das Messer in den Kriegsverbrecher. Er ist nicht der einzige der zusticht!
So folgen manchmal den Taten erst die Worte. Relativieren nennt man das.
Würden nämlich Worten Taten folgen, gäbe es zum Ehrlich-Sein zu oft einen Anlass.

Die Jahrhunderte vergehen. Ein, zwei Weltkriege sind dabei.
Am Anfang steht das Wort „Heil“, am Ende „Wir sind bald tot. Es ist vorbei“.
Der Friedensvertrag von Versailles: mit Worten niedergeschrieben.
Doch Verträge werden seit jeher mit Füßen getreten, wer ist ihnen jemals treu geblieben?
30. Januar 1933, folgt nicht nur eine bitterkalte heiße Nacht.
Bücher werden verbrannt. Am Ende stand Wort. Nationalismus ist an der Macht.
Rassenlehre macht Schule. Die Flüchtlinge äh die Juden sind Schuld.
Faschismus wird Pflicht. Hass ein nicht nur alternativer Kult.
Worte werden missbraucht und „Arier“ geboren.
Die deutsche Sprache und ihre Worte, ihre Ästhetik, sie ist verloren.

Gerettet wird zunächst die Welt, von wem genau ist nicht ganz klar.
Ost und West streiten sich nun. Man nimmt Ungerechtigkeit wahr.
1961: eine Mauer, sie wird an die Grenze gebaut.
Abschottung ist schließlich besser, bevor man sich an Worten bedient und diese auch gebraucht.
Die Farbe des Telefons hätte nicht einmal einen Namen.
Kuba und die Türkei … weggebombt. Die Erde … ein Krater und ein Graben.
Konflikte können doch aber auch woanders ausgetragen werden.
Wer ist erster? Wer wird den Mond beerden?
20. Juli 1969, Apollo 11 ist da oben gelandet.
Houston, es gibt zwar ein Problem, aber ein Astronaut ist erstmals auf dem Mond gestrandet.

Große kleine Worte. Sie stehen am Anfang und Ende jedes Satzes.
Es kommen immer neue Worte hinzu. Das arme Wörterbuch, ein paar Jahre noch, dann platzt es.
Sie haben Tragweite und sie können etwas bewirken und wichtiges bedeuten.
Manche hassen sie bei manchen, andere können andere mit ihnen erfreuen.
Geschichten und Geschichte schreibt sich nie von allein‘.
Deshalb ist es wichtig, dass wir Worte finden, sagen was wir mein‘.
Die Worte gehen ins Ohr und neue kommen aus dem Munde heraus.
Manche sind verletzend, manche einfach ehrlich, manche erlogen aus dem Bauche raus.
Doch lernten wir nie mit der Tragweite umzugehen. Verbannen manche Worte an einen weit entfernten Ort.
Doch vergessen wir häufig: Am Anfang war das Wort.

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